Beschleunigungssensoren
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Sensoren messen Bewegungen, Vibrationen und Lageänderungen, sie sind unverzichtbar in der Automobilelektronik und Automatisierungstechnik. Bei uns finden Sie neben Beschleunigungssensoren auch Drehgeber, Drucksensoren und Nockenwellensensoren namhafter Hersteller wie Delphi, TRISCAN und Posital Fraba. Unser Sortiment deckt Einsteigermodelle für unter 30 Euro bis hin zu industriellen Präzisionsmessgeräten ab. So finden Sie den passenden Sensor für jedes Projekt.
Kaufberater: Beschleunigungssensoren
1. Grundlagen
Beschleunigungssensoren wandeln mechanische Bewegung in elektrische Signale um. Im Inneren arbeitet meist eine federnd aufgehängte Masse, deren Position sich bei Beschleunigung ändert. Diese Positionsänderung wird als Spannungsänderung gemessen und digitalisiert. Das Ergebnis sind Werte für die drei Raumachsen, die zusammen die Orientierung und Bewegung beschreiben.
Der Sensor misst nicht absolute Geschwindigkeit, sondern Änderungen der Geschwindigkeit. Die Erdbeschleunigung von 1g wirkt ständig auf alle Achsen, je nach Orientierung unterschiedlich verteilt. Wenn das Gerät still liegt, zeigt eine Achse 1g, die anderen 0g. Sobald Bewegung hinzukommt, überlagern sich die Kräfte.
Moderne Sensoren basieren auf MEMS-Technik. Winzige Siliziumstrukturen werden mit denselben Fertigungsverfahren wie Computerchips hergestellt. Das macht sie klein, günstig und zuverlässig. Auf einem Chip sitzen oft mehrere Sensoren: Beschleunigung, Gyroskop und Magnetometer zusammen ergeben neun Achsen.
Die Signale werden im Sensor oder extern gefiltert und interpretiert. Rohwerte allein sind selten nützlich. Erst die Verarbeitung in Software macht sie zu Schritten, Neigungswinkeln oder Alarmen. Deshalb ist die Wahl des Sensors immer auch eine Wahl der Software-Umgebung.
2. Darauf kommt es an
Achszahl und Messprinzip
Die meisten Sensoren messen drei Achsen (X, Y, Z). Manche günstigen Varianten erfassen nur eine oder zwei Richtungen. Für Neigungsmessung und Orientierung im Raum braucht man drei Achsen. Für einfache Schlag-Erkennung oder Türkontakte reichen ein oder zwei.
Das Messprinzip variiert: Piezoelektrische Sensoren reagieren auf schnelle Druckänderungen, gut geeignet für Vibrationen. Kapazitiv arbeitende MEMS-Bauelemente erfassen hingegen auch statische und langsame Beschleunigungen, geeignet für Lageerkennung. Piezoresistive Sensoren arbeiten robust bei hohen Temperaturen. Die Wahl hängt vom Einsatzzweck ab.
Ein häufiger Fehler liegt in der Annahme, alle 3-Achsen-Sensoren arbeiteten gleich. Kapazitiv aufgebaute Varianten erfassen statische Beschleunigungen, piezoelektrische Modelle hingegen nicht. Wer die Schwerkraft erkennen will, braucht kapazitive Technik.
Auflösung und Rauschverhalten
Die Auflösung bestimmt, wie fein Abstufungen erkannt werden. Sie ergibt sich aus dem Messbereich und der Bit-Tiefe des internen ADC. Ein Modell mit ±16g Bereich und 10 Bit Auflösung liefert etwa 31mg pro Schritt. Für Schritt Erkennung reicht das, für Vibrationsanalyse nicht.
Das Rauschen begrenzt die praktisch nutzbare Auflösung stärker als die reine Bit-Zahl. Angaben als Rauschdichte (μg/√Hz) beschreiben, wie stark das Rauschen mit der Bandbreite skaliert. Ein Rauschen von 100μg/√Hz über 100Hz Bandbreite ergibt etwa 1mg Effektivwert.
Viele Käufer achten nur auf den Messbereich und übersehen das Rauschen. Ein groß dimensioniertes Modell mit hohem Rauschen liefert grobe, unbrauchbare Werte. Für feine Messungen braucht man niedriges Rauschen, auch wenn das einen kleineren Messbereich bedeutet.
Bandbreite und Frequenzgang
Die Bandbreite gibt an, bis zu welcher Frequenz der Sensor korrekt misst. Sie wird oft als -3dB-Punkt definiert. Oberhalb dieser Frequenz fallen die Signale ab und werden verfälscht. Unterhalb bleibt die Antwort relativ flach.
Für menschliche Bewegungen reichen niedrige Bandbreiten: Schritte sind unter 10Hz, Laufen unter 20Hz. Sportuhren filtern oft stark, um Batterie zu sparen. Für Maschinendiagnose braucht man Bandbreiten von 500Hz oder mehr. Vibrationsprüfungen können 5kHz erfordern.
Der Fehler liegt darin, zu hohe Bandbreiten zu wählen. Mehr Bandbreite bedeutet mehr Rauschen und höheren Stromverbrauch. Den Anwendungsfall analysieren und die Bandbreite passend wählen. Eine 100Hz-Vibration braucht keinen Sensor mit 1kHz Bandbreite.
Stromverbrauch und Betriebsmodi
Batteriebetriebene Geräte müssen den Sensor gezielt ein- und ausschalten. Viele Sensoren bieten verschiedene Modi: Full Power für kontinuierliche Messung, Low Power mit reduzierter Rate, und Standby mit minimalem Verbrauch. Der Stromverbrauch variiert je nach Modus oft um den Faktor 100.
Der Ruheverbrauch ist wichtig für Geräte, die den Großteil der Zeit im Bereitschaftsmodus sind. Wenn der Sensor nur alle paar Sekunden kurz aktiv sein muss, sollte der Ruhemodus unter 1μA liegen. Für kontinuierliche Überwachung zählt die aktive Stromaufnahme.
Ein verbreiteter Irrtum besteht darin, niedrige Stromaufnahme automatisch als Vorteil zu betrachten. Im Low-Power-Modus sind Bandbreite und Auflösung reduziert. Die Spezifikationen für jeden Modus prüfen und den richtigen Modus für den Anwendungsfall wählen.
3. Typische Fehler
Fehler 1: Spezifikationen falsch interpretieren
Die Werte in Datenblättern sind unter idealen Bedingungen gemessen. Im realen Betrieb ändern sich Genauigkeiten durch Temperatur, Spannungsschwankungen und Alterung. Ein Bauteil mit 1% Genauigkeit bei 25°C kann bei 0°C bereits 5% abweichen. Die Temperaturkoeffizienten prüfen und worst-case berechnen.
Fehler 2: Die Montage unterschätzen
Ein guter Sensor liefert schlechte Daten, wenn er falsch montiert ist. Die Befestigung muss reproduzierbar sein. Lose Montage führt zu Resonanzen und Fehlmessungen. Falsche Ausrichtung verzerrt die Achsen. Bei kritischen Anwendungen die Montage dokumentieren und prüfen.
Fehler 3: Nur Hardware kaufen
Die Hardware ist nur ein Teil der Lösung. Software, Algorithmen und Integration kosten oft mehr Aufwand als erwartet. Verfügbare Software-Bibliotheken beschleunigen die Entwicklung. Die Wahl zwischen integrierten Modulen und diskreten Komponenten hängt von den Anforderungen ab.
Fehler 4: Billig statt passend
Für eine Anwendung, die 16 Bit Auflösung braucht, ist ein 10-Bit-Modell ungeeignet. Die Spezifikationen müssen zur Anwendung passen.
4. Orientierung
Die Auswahl beginnt mit der Anwendung: Will man Bewegungen zählen, Lagen erkennen, Vibrationen analysieren oder Aufprall messen? Jede Anwendung braucht andere Specs. Eine klare Anforderungsliste schränkt die Optionen ein.
Dann kommen die Rahmenbedingungen: Batteriebetrieb oder Netz, Industrieumgebung oder Büro, schnelle Entwicklung oder Prototyp. Diese Faktoren bestimmen, ob Low-Power-Modi, Robustheit oder einfache Integration wichtiger sind.
Die Specs der engeren Auswahl vergleichen: Messbereich, Bandbreite, Rauschen, Schnittstelle, Stromverbrauch. Die Zahlen prüfen und nicht nur die Marketingtexte lesen. Datasheets vergleichen, auch wenn sie trocken sind.
Breakout-Boards bieten erprobte Sensoren mit verfügbarer Software-Unterstützung. Bei erfolgreicher Entwicklung können später integrierte Lösungen evaluiert werden.
Markenüberblick Beschleunigungssensoren
Beschleunigungssensoren erfassen Bewegungsänderungen und werden in der Automobiltechnik sowie in der Automatisierung eingesetzt. Die verfügbaren Marken decken unterschiedliche Preisklassen und Einsatzbereiche ab.
Delphi bietet ein breites Sortiment an Motorrandsensoren. Raddrehzahl-, Nockenwellenposition- und Saugrohrdrucksensoren sind bereits ab 23 Euro erhältlich. Die Marke gilt als etablierter Erstausrüster.
TRISCAN positioniert sich im höheren Preissegment. Ein Saugrohrdrucksensor kostet über 430 Euro. Zum Einsatzgebiet und Qualitätsunterschieden liegen keine ausreichenden Informationen vor.
HERTH+BUSS JAKOPARTS liefert günstige Raddrehzahlsensoren für unter 40 Euro. Die Marke gehört zum JAKOPARTS-Netzwerk und richtet sich an den Aftermarket.
Posital Fraba spezialisiert sich auf industrielle Messtechnik. Absolut- und Inkremental-Drehgeber sowie Neigungssensoren kosten zwischen 240 und 745 Euro. Die Produkte eignen sich für präzise Positionserfassung in Maschinen und Anlagen.
Pichler bietet Mini-Servos für Modellbau und Leichtanwendungen. Ein 2,5-Gramm-Servo ist bereits ab 17 Euro verfügbar. Für industrielle Beschleunigungsmessungen sind diese Produkte nicht ausgelegt.
DataLogic produziert Optoelektronik wie Lichttaster. Diese Sensoren erfassen keine Beschleunigung, sondern Reflexionen und Distanzen.
Preislandschaft Beschleunigungssensoren
Beschleunigungssensoren messen Beschleunigung, Neigung oder Drehbewegungen. Die Preisspanne reicht von unter 20 Euro für einfache Servos bis über 700 Euro für industrielle Präzisionsmessgeräte.
Einstieg (15–35 EUR): Hier findest du Raddrehzahlsensoren und einfache Motosensoren von Delphi oder HERTH+BUSS. Diese Teile tauschen defekte Sensoren im Auto 1:1 aus.
Mittelklasse (100–250 EUR): Induktive Drehgeber und Lichttaster für industrielle Anwendungen. Marken wie Posital Fraba oder DataLogic liefern hier Messtechnik für Maschinensteuerungen.
Premium (440–750 EUR): Hochpräzise Absolut- und Neigungssensoren für Spezialanwendungen. Posital Fraba ist in diesem Segment mit Sync-Flansch-Gebern und kalibrierten ACS-Sensoren mit Analog-Ausgang stark vertreten.
Häufige Fragen zu Beschleunigungssensoren
Wofür braucht man einen Raddrehzahlsensor?
Der Raddrehzahlsensor misst die Drehzahl einzelner Räder. Ohne ihn funktioniert das ABS nicht zuverlässig. Das Bremssystem braucht diese Daten, um durch gezieltes Bremseingreifen das Blockieren der Räder zu vermeiden.
Was ist der Unterschied zwischen Absolut- und Inkremental-Drehgeber?
Absolut-Drehgeber merken sich ihre Position auch nach Stromausfall. Inkremental-Drehgeber zählen Impulse und müssen nach dem Einschalten referenziert werden. Für sicherheitsrelevante Anwendungen sind Absolut-Geber die bessere Wahl.
Wann wird ein Nockenwellenposition-Sensor benötigt?
Der Nockenwellenposition-Sensor synchronisiert Zündung und Kraftstoffeinspritzung mit der Motorposition. Ohne korrektes Signal geht der Motor auf Störung oder springt gar nicht erst an. Er sitzt meist direkt an der Nockenwelle.
Wie funktioniert ein Saugrohrdrucksensor (MAP-Sensor)?
Er misst den Unterdruck im Ansaugtrakt und liefert der Motorelektronik Daten zur Lastberechnung. Daraus berechnet das Steuergerät die optimale Kraftstoffmenge und Zündzeitpunkt. Defekte MAP-Sensoren verursachen Motorsurfen und erhöhten Verbrauch.
Was bedeutet die Spannungsangabe 0,5-4,5V bei Sensoren?
Das ist der Ausgangsspannungsbereich des Sensors. Die Elektronik im Fahrzeug erwartet dieses Signalformat. Stimmt die Spannung nicht, liefert das Steuergerät falsche Werte und schaltet in den Notlauf.
Wie erkenne ich einen defekten Raddrehzahlsensor?
Typische Symptome: ABS-Warnleuchte leuchtet, ABS-Bremsassistent greift nicht ein, oder das Auto bremst ungleichmäßig. Mit einem Multimeter lässt sich der Widerstand messen – bei den meisten Sensoren liegen die Werte zwischen 1-2 kOhm.








