1. Grundlagen
Bohrer und Bits sind das Herzstück jeder Bohrmaschine oder jedes Schraubendrehers. Sie verbinden sich mit dem Gerät und führen die eigentliche Arbeit aus. Bohrer schneiden Löcher in verschiedene Materialien. Bits drehen Schrauben ein und aus. Selbst die beste Bohrmaschine bringt ohne das richtige Zubehör nichts.
Zu den wichtigsten Grundtypen gehören: Steinbohrer für Beton und Mauerwerk, Holzbohrer mit Zentrierspitze, Metallbohrer aus HSS-Stahl und spezielle Bohrer für Fliesen oder Glas. Bits unterscheiden sich nach ihrer Aufnahmeform – Sechskant, Rund, Torx oder Kreuzschlitz – sowie nach ihrer Länge. Die Qualität des Werkzeugs entscheidet darüber, wie präzise die Arbeit gelingt und wie lange es durchhält.
Für Heimwerker reicht meist ein kleines Sortiment für die häufigsten Aufgaben. Profis brauchen ein breites Spektrum für unterschiedliche Materialien und Situationen. Die richtige Auswahl spart Zeit, schont das Gerät und liefert bessere Ergebnisse.
2. Darauf kommt es an
Material und Härte
Das Material bestimmt die Einsatzfähigkeit. HSS-Bohrer aus Schnellarbeitsstahl eignen sich für Stahl, Aluminium und Kunststoff. Für härtere Materialien wie Edelstahl braucht man cobaltlegierte Bohrer oder Titanbeschichtung. Hartmetallspitzen halten bei Stein und Beton deutlich länger durch.
Heimwerker greifen oft zu günstigen Bohrern aus weichem Stahl. Die werden schnell stumpf und brennen bei Metallarbeit durch. Für gelegentliche Einsätze reicht HSS. Wer regelmäßig Metall bearbeitet, sollte in bessere Legierungen investieren.
Die Beschichtung wirkt sich auf die Standzeit aus. Schwarz oxidierte Bohrer sind günstig und für Holz ausreichend. Titanbeschichtung reduziert die Reibung und bleibt länger einsatzbereit. Cobalt-Bohrer widerstehen der Hitzeentwicklung beim Metallbohren besser.
Schaftform und Passform
Der Schaft muss zur Bohrmaschine passen. SDS-plus ist der Standard für Hämmerbohrmaschinen im Heimwerkerbereich. SDS-max findet man bei schweren Abbruchhammer. Normale Zylinderschaftte passen in Standard-Bohrfutter.
Bits haben verschiedene Aufnahmen. Sechskant-Schaft mit 1/4 Zoll ist am verbreitetsten für Akkuschrauber. Die Passform muss stimmen, sonst rutscht das Werkzeug durch oder beschädigt das Futter.
Beim Kauf unbedingt prüfen, welchen Schaft die vorhandenen Geräte benötigen. Ein Sortiment mit Adapter reduziert diese Sorge. Billige Sets haben oft unpassende oder schlecht verarbeitete Schäfte.
Geometrie und Spitzenform
Die Spitze bestimmt das Anschneideverhalten. Bei Holzbohrern sorgt die Zentrierspitze für exaktes Ansetzen. Nagelbohrer haben eine verstärkte Spitze gegen Beschädigungen. Forstnerbohrer erzeugen saubere, ebene Löcher.
Bei Metallbohrern ist der Schneidwinkel entscheidend. 118 Grad eignet sich für weiche Materialien. 135 Grad mit Kreuzschliff bohrt präziser und hält deutlich länger bei Stahl. Falscher Winkel führt zu unrunden Löchern oder Ausrisse.
Für Schraubenbits gilt: Die Spitze muss exakt zur Schraube passen. Abgerundete oder verbogene Bits redonde die Schraubenköpfe auf. Billige Bits zeigen nach wenigen Einsätzen Abnutzungsspuren.
Sets oder Einzelkauf
Sets bieten Vielfalt zum Festpreis. Man hat alles griffbereit und findet schnell das passende Werkzeug. Nachteil: Viele Teile im Set sind für den eigenen Bedarf überflüssig. Bezahlt wird auch für Werkzeug, das nie zum Einsatz kommt.
Einzelkauf lohnt sich bei klar definiertem Bedarf. Wer nur gelegentlich Holz bohrt, braucht kein 50-teiliges Sortiment. Wer gezielt die richtigen Größen kauft, spart Geld und hat weniger Ballast.
Eine Mischstrategie eignet sich oft am besten. Ein kleines Basis-Set für den Anfang und gezielte Ergänzungen nach Bedarf. Gute Bits für häufige Einsätze, günstige Bohrer für seltene Aufgaben.
3. Typische Fehler
Fehler 1: Nur nach Preis kaufen
Günstige Bohrer aus dem Discounter halten oft nur für wenige Löcher. Sie verschleißen schnell, arbeiten unpräzise und können im schlimmsten Fall brechen. Was man beim Kauf spart, geht durch Zeitverlust und Materialverschwendung verloren. Besser in mittelpreisige Werkzeuge investieren, die ihre Aufgabe zuverlässig erfüllen.
Fehler 2: Universelle Werkzeuge für alles nutzen
Kein Bohrer eignet sich gleich gut für Holz, Metall und Stein. Steinbohrer auf Holz erzeugt Ausrisse. Holzbohrer im Stein bricht ab. Metallbohrer in Beton wird stumpf und überhitzt das Gerät. Für jedes Material das richtige Werkzeug verwenden spart Nerven und Geld.
Fehler 3: Bits überlasten
Zu viel Druck auf den Akkuschrauber ist schädlich. Der Motor leidet, der Bit verschleißt schneller und die Schraube wird beschädigt. Konstant hohe Drehzahl bei niedrigem Druck bringt bessere Ergebnisse. Bei Widerstand die Drehzahl anpassen statt mehr Druck auszuüben.
Fehler 4: Falsche Größe wählen
Wer zu kleine Bohrer nimmt, muss mehrfach arbeiten. Wer zu große nimmt, riskiert Beschädigungen. Vorbohren mit kleinerem Bohrer bei Holz verhindert Risse. Bei Schrauben die richtige Bitgröße wählen, damit der Sitz stimmt. Lieber vorher die benötigte Größe notieren.
4. Orientierung
Die richtige Wahl hängt vom Einsatzbereich ab. Für gelegentliche Heimwerkerarbeiten reicht ein mittleres Set mit den gängigsten Größen. Wer regelmäßig bohrt, sollte in langlebigere Werkzeuge investieren.
Zuerst klären, welche Materialien bearbeitet werden. Dann prüfen, welche Schaftformen benötigt werden. Nicht benötigte Werkzeuge kosten nur Geld. Lieber weniger, aber hochwertiger kaufen.
Aufbewahrung ist wichtig. Lose Bohrer im Werkzeugkasten beschädigen sich gegenseitig. Sortimentskästen oder Magazinkästen schützen die Werkzeuge und halten alles griffbereit. Qualität zeigt sich auch darin, wie sauber die Aufbewahrung gelöst ist.